Sie sind hier:



Verkauf des Firmengeländes macht Weg für Wohnhäuser frei

09.02.2012

von Brigitte Judex-Wenzel

Das Oberverwaltungsgericht setzt den Vinzierer Bebauungsplan wieder in Kraft. Das Lärmgutachten wird trotzdem überarbeitet. 20 Bauplätze sind im Neubaugebiet in Vinzier derzeit angeboten.

Der neue Bebauungsplan für Vinzier ist als Entwurf beschlossen: Planer Detlef Stolzenberg und Investor Rudolf Schönwald. Brigitte Judex-Wenzel
Neuer Bebauungsplan | Brigitte Judex-Wenzel

Der Lärmkonflikt von Vinzier ist entschärft: Das  Oberverwaltungsgericht Schleswig hat den Bebauungsplan (B-Plan) Nr. 5 für das neue Wohngebiet am Ortsende wieder in Kraft gesetzt.

Der Grund: Die Klage gegen den Plan, dass überall in dem Gebiet gebaut werden darf, ist zurückgenommen worden. Vorausgegangen war der Kauf eines nicht weit vom Baugebiet entfernt liegenden  industriellen Geländes durch den Bauunternehmer, der das  Neubaugebiet erschlossen hat und vermarktet. Wie die LN berichteten, hatte der Eigentümer des Industriegeländes gegen den B-Plan Normenkontrollklage eingereicht.

Er hielt die in der Planung vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen für die künftigen Bewohner gegen Lärm von dem Betriebsgrundstück für nicht ausreichend und fürchtete deshalb Klagen. Die frühere  Tiefbaufirma Schoer & Bollow arbeitete auf dem Gelände mit Recycling von Bauschutt zwar seit längerem nicht mehr selbst, auf der Basis der bestehenden Betriebserlaubnisse durfte und darf jedoch durch Pächter weitergearbeitet werden.

Ende vorigen Jahres erließen die Richter eine Einstweilige Anordnung, die den B-Plan vorsorglich außer Kraft setzte. Der Bau eines Wohnhauses war zu dem Zeitpunkt bereits begonnen worden - weitere vollendete Tatsachen sollten verhindert werden. Das Gericht sprach in der - einer späteren Entscheidung in der Hauptsache - vorausgehenden Eilentscheidung von guten Erfolgsaussichten für die Klage. Die Richter nahmen nämlich an, dass sich die Abwägung von Einwohner- und Firmeninteressen durch die Gemeindevertretung als fehlerhaft erweisen werde.

Aufgrund eines Tüv-Gutachtens und der Empfehlungen ihres Planers hatte die Gemeindevertretung als Schutzmaßnahmen einen - inzwischen bereits errichteten - drei Meter hohen Wall direkt vor dem Baugebiet festgelegt; plus Schalldämmfenster für die Häuser der ersten Reihe. Dabei sei allerdings, so das Gericht, vermutlich ein zu geringes Störpotenzial zu Grunde gelegt worden.

Die Gutachter waren davon ausgegangen, dass die Brechanlagen für Bauschutt auf dem Gelände des Klägers und auf einem Nachbargelände, das seit Jahren den Vereinigten Asphaltmischwerken (VAM) gehört, nicht parallel laufen würden. Eine Ansicht, die das Gericht in der Eilentscheidung nicht teilte. Wie ein endgültiges Urteil ausgefallen wäre, bleibt offen, denn der Kläger zog seine Klage zurück, nachdem der B-Plan-Erschließer ihm alles abgekauft hatte.

Die Hinweise des Gerichts veranlassten die Ortspolitiker allerdings, eine Überarbeitung des Gutachtens zu beschließen. "Dabei bleibt es", betont Bürgermeister Peter Lengfeld, "wir wollen auf der sicheren Seite sein."

Was Käufer Rudolf Schönwald mit dem Gelände macht, steht noch nicht fest. Wenn er die Anlagen verpachtet, kann damit auf der Basis der bisherigen Genehmigungen wieder gearbeitet werden. Allerdings will der Bauunternehmer dann direkt auf dem Gelände - zusätzlich zu dem Wall, der das Baugebiet abschirmt - für Lärmschutzvorrichtungen sorgen. "Das soll eine Verbesserung für die Bauherren bringen", sagte er den LN. Die könnten sich dann die teuren Lärmschutzfenster sparen.

Auf dem Gelände daneben herrscht Stille. "Die Arbeiten ruhen", bestätigt VAM-Geschäftsführer Jörg Laudehr. Jetzt sei aber auch keine Saison. Zu den Plänen für das Gelände in Vinzier könne er keine Angaben machen. Das entscheide sich in den nächsten Monate. Die angestrebte Erweiterung des Betriebs war gescheitert, nachdem sich 2010 eine Bürgerinitiative gebildet hatte und die Gemeinde die Pläne nicht unterstützte. Es gibt Gerüchte, das Unternehmen ziehe sich aus Vinzier ganz zurück.

Bauland in Raten
Rund 20 Bauplätze sind im Neubaugebiet in Vinzier zu haben. Sechs sind verkauft, für drei gibt es ernsthafte Interessenten. 1995 kaufte die Gemeinde Travenbrück die 1,5 Hektar Land.

Damals schuf sie im Ortsteil Schlamersdorf ein Baugebiet für ihre Einwohner, musste Vinzier aber zurückstellen, weil das Land nicht mehr Wachstum auf einmal erlaubte. 2010, als Kiel eine weitere Wachstumsquote für Kommunen freigab, hatte die Gemeinde kein Geld mehr, um das Neubaugebiet selbst zu erschließen. Sie verkaufte das Land an Bauunternehmer Schönwald. Ortsansässige Bewerber haben Vorrang.





Ratgeber


Schlüssel sind Pflicht Nur dann kann ein Eigentümer auch wirklich die Miete verlangen. Es versteht sich eigentlich von selbst: Nur wer die Schlüssel zu der von ihm gemieteten Immobilie auch wirklich in Händen hält... weiterlesen

Unverdächtiger Baum


Abschleppen erlaubt


Immobilie der Woche


Bauen mit gutem Gefühl Das Haus Family125 Plus ist ein attraktives Zuhause für die junge Baufamilie, in dem viele Grundrissvarianten zur Auswahl stehen. Wohngesund, energieeinsparend und ökologisch verantwortungsbewusst – so möchten moderne Menschen bauen. Um auch jungen Familien und Menschen... weiterlesen

Wohnen an der Wakenitz


Jubiläums-Edition zum Firma-Geburtstag