Landwirt Rüdiger Steffen hat auf seiner neuen Maschinenhalle in
Schwarzenbek ein hocheffizientes Solardach montieren lassen. Nach einem
Jahr zeigt sich der Gewinn.
Leise surren zwei 500-Watt-Elektromotoren. Wie in einem futuristischen Film dreht sich auf einmal ein komplettes Hallendach um fünf Grad um sich selbst, kaum hörbar und auf Rollen.
Dieses Szenario hat Landwirt Rüdiger Steffen aus Schwarzenbek bei seiner neuen kreisförmigen Maschinenhalle verwirklicht. So kann er 600 Quadratmeter Sonnenkollektoren optimal auf die Sonne ausrichten von morgens bis abends. Schwere Holzfachwerkträger wandern dabei auf langen sternförmig angeordnete Stahlträgern um eine meterdicke Achse. Alles, was daran montiert ist, wandert mit: Die komplette Bedachung sowie hohe Fassadenteile aus Blech einschließlich Fensterelementen und das über einer stützenfreien Nutzfläche von 470 Quadratmetern.
Alle Bauteile oberhalb eines lichten Freiraums von fünf Metern Höhe sind an dem drehbaren Stahlkranz befestigt. Sie bilden gemeinsam ein bis zu acht Meter hohes Pultdach. So entsteht eine geneigte Fläche, die maximale Sonnenausbeute ermöglicht. Die Tagesleistung erreicht an sonnigen Tagen bis zu 500 Kilowattstunden. "Ich möchte die Ressourcen optimal ausnutzen", sagt Rüdiger Steffen (49) dazu. Durch sein drehbares Dach steige der Ertrag an in Strom umgewandelter Sonnenenergie um mindestens 20 Prozent.
"Der Vorteil liegt in den Morgen- und Abendstunden", erläutert Steffen. Ein konventionelles, starres Hallendach habe den Nachteil, dass die Sonne nur mittags optimal auf das Solardach treffe. Steffens Dach dreht sich aber alle 20 Minuten um fünf Grad um die eigene Achse und folgt dabei dem Sonnenstand, um das Dach jederzeit senkrecht zur Sonne auszurichten.
Über ein Computerprogramm sind alle Kalendertage des Jahres abgespeichert mit jeweiliger Tagesdauer und Sonnenstand. Daher folgt das Dach der Sonne im Winter im Laufe des Tages um rund 120 Grad in der Zeit von etwa acht Uhr morgens bis etwa 16 Uhr am Nachmittag. Nach Sonnenuntergang dreht sich das Dach zurück in die optimale Position für den Sonnenaufgang des kommenden Tages. Und im Sommer bewegt sich das Dach etwa 240 Grad um die eigene Achse, da die Tage annähernd zehn Stunden länger hell sind.
"Eine reine Maschinenhalle kann keinen Ertrag erwirtschaften", sagt Eigentümer Steffen. Außerdem möchte er, dass der Strom, der in der Region verbraucht wird, auch vor Ort erzeugt wird. Mit Solaranlagen, Windkraft und Biogas könnten die Bürger selbst etwas dazu beitragen. "Deutschland hat sich für den Ausstieg aus der Atomkraft entschieden, mein Beitrag dazu ist die Solaranlage", betont Rüdiger Steffen.
Sein drehbares Solardach koste zwar rund 50 Prozent mehr als ein starres Solardach, amortisiere sich aber in der gleichen Zeit, nämlich nach rund 15 Jahren. Und wenn alles gut laufe, könne der Ertrag noch weitere fünf Prozent höher ausfallen. Das zeige sich allerdings erst im Langzeittest nach rund fünf Jahren.
Frage der Ausrichtung
Der Winkel, in dem Sonne auf Sonnenkollektoren fällt, wirkt sich auf die Ausbeute an Sonnenenergie aus. Treffen die Sonnenstrahlen senkrecht auf die Kollektoren, entspricht die Ausbeute an Strom 100 Prozent. Fallen die Sonnenstrahlen schräg auf die Kollektoren, verringert sich der Ertrag. Über 90 Grad seitlich einfallender Strahlen entsteht Dauerschatten.
Es versteht sich eigentlich von selbst: Nur wer die Schlüssel zu der von ihm gemieteten Immobilie auch wirklich in Händen hält... weiterlesen
Wohngesund, energieeinsparend und ökologisch verantwortungsbewusst – so möchten moderne Menschen bauen. Um auch jungen Familien und Menschen... weiterlesen