Die Immobilienrente der Investitionsbank Schleswig-Holstein ermöglicht eine zusätzliche Rente aus selbst genutztem Wohneigentum.
Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Doch das kann im Alter das monatliche Budget kräftig belasten, wenn Hilfen für den Haushalt oder Pflegedienste in Anspruch genommen werden müssen. Für diese Fälle hat die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB) im vergangenen Jahr die IB.ImmoRente konzipiert. Laut IB haben sich bereits 25 Immobilieneigentümer diese Extra-Rente gesichert.
Mit der IB.ImmoRente nimmt der Immobilienbesitzer einen Kredit auf, der erste Jahre später durch den Verkauf des Hauses oder aus anderen Mitteln getilgt wird. "Als Sicherheit dient die Immobilie", sagt Torsten Fragel, Sprecher der IB. Die IB.ImmoRente funktioniert nach dem Prinzip der umgekehrten Hypothek. Der Darlehensbetrag baut sich mit der Zeit auf. Der Eigentümer erhält das Darlehen von der IB in der Regel in monatlichen Raten – also wie eine Rente – ausgezahlt wird. Auch eine Einmalauszahlung, zum Beispiel, um das Haus altersgerecht umzubauen, oder eine Kombination aus Rente und Einmalzahlung sind möglich.
Die Zahlungen werden so lange geleistet, bis das statistische Lebensalter erreicht ist. Für einen 60-jährigen Mann rechnet die IB derzeit mit einer Lebenserwartung von 92 Jahren. Aber auch dann ist der Kredit nicht sofort fällig.
"Das so aufgebaute Darlehen ist erst nach Ablauf von fünf Jahren nach Erreichen der statistischen Lebenserwartung zur Rückzahlung fällig. Laufende Zins- und Tilgungsleistungen sind bis dahin nicht zu erbringen", erläutert Fragel.
Wie hoch die IB.ImmoRente ausfällt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: ab welchem Alter die zusätzliche Rente fließen soll, dem voraussichtlichen Wert der Immobilie zum erwarteten Rückzahlungszeitpunkt sowie dem Darlehenszins.
Beispiel 1: Ein 80-jähriger Mann bewohnt ein 1990 gebautes Reihenmittelhaus in Lübeck- Israelsdorf mit 100 m² Wohnfläche auf einem 250 m2 großen Grundstück. Bis zu seinem 91. Lebensjahr erhält er monatlich 315 Euro Immo-Rente. Der Darlehensbetrag beläuft sich am Ende auf 65600 Euro. Er müsste für das Darlehen erst ab seinem 96. Lebensjahr monatlich Zinsen zahlen und endgültig erst mit 110 Jahren tilgen.
Wahrscheinlicher ist, dass der Mann früher aus dem Haus auszieht, zum Beispiel in ein Pflegeheim, oder verstirbt. In beiden Fällen wird das Darlehen sofort fällig. Es kann durch den Verkauf der Immobilie oder aus anderen Mitteln zurückgezahlt werden.
Handelt es sich um ein Ehepaar, wird die Immo-Rente nach dem Tod eines Partners bis zum ursprünglich vereinbarten Termin an den anderen in gleicher Höhe ausgezahlt.
Beispiel 2: Ein 75-jähriges Ehepaar bewohnt ein 1980 gebautes Einfamilienhaus in guter Lage. Bis zum 91. Lebensjahr werden 260 Euro Immo-Rente gezahlt. Zu diesem Zeitpunkt beläuft sich das Darlehen auf 83600 Euro.
Auch wenn der Wert der Immobilie heute höher erscheinen mag, so werden vom Kreditinstitut erhebliche Abschläge vorgenommen. "Wir wissen nicht, wie viel das Haus in der Zukunft tatsächlich wert sein wird", erklärt Torsten Fragel. Bleibt am Ende ein Überschuss, steht dieser den Erben zu.
Wenn der Immo-Rentner verstirbt oder auszieht, wird der Kredit sofort fällig. Während der Laufzeit bleibt der Immobilienbesitzer Eigentümer mit allen Rechten und Pflichten. Er muss die Immobilie also weiterhin instand halten.
Die Darlehenssumme kann nach Ende der Kreditlaufzeit auch aus anderen Mitteln – zum Beispiel durch Erben – zurückgezahlt werden.
Die Immo-Rente lohnt sich nicht für jeden und schmälert das Erbe erheblich. Daher rät die IB Interessenten, sich mit den Erben – in der Regel dem Partner und den Kindern – zu beraten. Möglicherweise gibt es für alle Beteiligten günstigere Möglichkeiten, höhere Lebenshaltungskosten im Alter zu finanzieren.
Investitionsbank Schleswig-Holstein
IB.Büro Lübeck, Fackenburger Allee 2
Tel. 0451 / 79 98 60
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